Saison 2015, Kategorie: "Spielbericht"

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Irish scheitern knapp gegen Clemson

(4. Oktober 2015)  Es gibt solche Tage, an denen geht schief, was nur schief gehen kann. Die Irish erlebten gestern einen solchen Tag, als sie gegen Clemson knapp und am Ende unglücklich mit 22-24 verloren.

Ein Grund für die eigentlich unnötige Niederlage war das Turnover Verhältnis. Die Irish verloren gleich viermal den Ball - gegenüber einer Interception der Tigers. Am Ende war das ganz sicher mit spielentscheidend.

Aber der Reihe nach ...

Notre Dame hatte den Coin Toss gewonnen und entschied sich - völlig untypisch - für Ballbesitz in der zweiten Halbzeit. Damit kamen die Hausherren als erstes Team mit ihrer Offense aufs Feld. Und gegen eine in dieser Phase völlig indisponierte Defense der Goldhelme hatten sie keine Schwierigkeiten, ihren ersten Touchdown zu erzielen.

Die anschließende erste Angriffsserie der Irish endete schnell, und es folgte ein stark verbesserungsfähiger Punt von Irish Kicker Tyle Newsome. Der brachte die Hausherren auf Höhe der 40 Yard Linie der Irish in Ballbesitz. Und auch diesen nutzten sie zu einem Touchdown.

Mitte des ersten Viertels schien die Partie bereits entschieden.

Allerdings steigerten sich die Goldhelme mit zunehmender Spieldauer und kamen nach knapp zehn Minuten und einer ersten erfolgversprechenden Angriffsserie zu den ersten Punkten. Ein 46 Yard Fieldgoal von Justin Yoon brachte drei Punkte zum Spielstand von 3-14 nach dem ersten Viertel.

Im zweiten Viertel gab es im immer stärker werdenden Dauerregen keine weitere Veränderung auf der Anzeigetafel. Die Abwehrreihen übernahmen in dieser Phase das Kommando. So gingen die Hausherren mit einer 14-3 Führung in die Halbzeitpause.

Kurz nach der Pause dann das erste Missgeschick der Irish. Kick Returner C.J. Sanders fumblete den Ball und brachte die Tigers unverhofft in Ballbesitz. Die ließen sich nicht zweimal bitten und legten die 29 Yards bis in die Endzone im Eiltempo zurück. Noch nicht einmal eine Minute war gespielt im dritten Viertel, da erhöhten sie auf 21-3.

Und als dann wenig später auch noch CJ Prosise den Ball verlor, glaubten nicht wenige im weiten Rund des Stadions, dass die Partie damit entschieden sei. Aber die Defense hielt diesmal und ließ keine Punkte zu.

So gab es keine weiteren Punkte im dritten Spielabschnitt. Allerdings hatte Irish Cornerback Cole Luke da großen Anteil dran, als er einen Pass in der eigenen Endzone fangen und so einen sicheren Touchdown verhindern konnte.

Erst im vierten Viertel kam wieder Bewegung auf die Anzeigetafel. Den Auftakt machten die Irish, die inzwischen das dominierende Team waren. Bereits in der ersten Minute des Schlussviertels fand Irish Quarterback DeShone Kizer mit CJ Prosise eine Anspielstation auf Höhe der Mittellinie. Der hatte sich hinter die gegnerische Abwehr gemogelt und so freie Bahn bis in die Endzone. Nach diesem 56 Yard Touchdown waren die Irish wieder im Spiel.

Allerdings muss man Irish Head Coach Brian Kelly in dieser Situation einen taktischen Fehler vorwerfen. Er entschied nämlich auf eine Two Point Conversion. Die ging daneben, als Corey Robinson einen Pass seines Quarterbacks in der Endzone nicht fangen konnte.

In der Endabrechnung war es dann diese vergebene Two Point Conversion, die zum Gleichstand und damit zur Verlängerung geführt hätte. Aber nachkarten gilt nicht. Es ist halt so, dass man immer erst hinterher weiß, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war ...

Es folgte die einzige erfolgreiche Angriffsserie der Tigers im letzten Viertel. Die mussten sie allerdings mit dem Trostpreis abschließen. Aber das Fieldgoal vergrößerte den Vorsprung auf 15 Punkte. Und zu spielen waren nur noch knapp elf Minuten.

Die Antwort der Goldhelme war eine Angriffsserie von gut ein-dreiviertel Minuten Länge. In dieser Zeit hatten sie 64 Yards überbrückt und erneut die Endzone der Tigers erreicht. Am Ende war es ein 3 Yard Lauf von Quarterback DeShone Kizer. Nach erfolgreichem Extrapunkt lautete der neue Spielstand: Clemson 24, Notre Dame 16.

Und als dann wenig später die Defense einen weiteren Punt der Tigers erzwang, schien die Wende im Spiel in greifbarer Nähe. Dumm nur, dass in dieser Situation DeShone Kizer eine unnötige Interception unterlief. Aber Clemson konnte aus diesem Missgeschick kein Kapital schlagen. Ein Fieldgoal Versuch ging daneben. Damit waren die Goldhelme weiterhin im Spiel.

Die marschierten erneut über das ganze Feld - nur um den Ball dann an der gegnerischen 2 Yard Linie zu verlieren. Wide Receiver Chris Brown, der ansonsten ein gutes Spiel machte, wollte den Ball unbedingt in die Endzone tragen. Dabei war er unachtsam und verlor ihn. Clemson war gut zwei Minuten vor Schluss wieder in Ballbesitz. Ein First Down fehlte ihnen, um das Spiel zu entscheiden. Aber in dieser Situation wuchs die Defense der Irish über sich hinaus. Bei drei Laufversuchen ließ sie keinen Raumgewinn zu und zwang die Gastgeber zum Punt. Allerdings mussten die Goldhelme ihre verbliebenen Auszeiten opfern um die Uhr nach dem zweiten und dritten Versuch anzuhalten.

65 Sekunden vor Schluss hatten die Irish den Ball zurück, und das in hervorragender Feldposition. Will Fuller, der einen ungewohnt ruhigen Abend verlebte, war der Punt Returner, der den Ball bis an die gegnerische 32 Yard Linie returnierte.

Und exakt sieben Sekunden vor Schluss hatten die Irish zum dritten Mal in diesem Schlussviertel die Endzone erreicht. DeShone Kizer fand seinen Receiver Torii Hunter mit einem 1 Yard Pass in der hinteren rechten Ecke der Endzone.

Was jetzt noch fehlte, war eine erfolgreiche Two Point Conversion. Aber die gelang leider nicht. Kizer wollte den Ball in die Endzone tragen und wurde an der 1 Yard Linie gestoppt.

Die letzte Chance war dann ein Onside Kick, um den Ball möglichst wieder zurückzuerobern. Der ging leider ebenfalls schief, und so endete die Partie mit dem knappen Sieg für die Tigers.

Zahlen und Fakten

Das Erfolgsrezept der Tigers war die massive Verteidigung gegen das Laufspiel der Goldhelme. Stets hatten sie acht Spieler in der Nähe der Line of Scrimmage. Damit waren die Receiver der Irish in Manndeckung. Leider hatten die Passempfänger durch die Bank keinen guten Tag erwischt. Reihenweise wurden fangbare Pässe versemmelt. Erst im Schlussviertel lief das Passspiel deutlich besser und hätte den Irish beinahe noch die Wende gebracht.

Am Ende hatten die Irish 116 Yards durch Laufspiel geschafft. DeShone Kizer, der sich von den schlechten Wetterbedingungen und der lauten Kulisse nicht aus der Ruhe bringen ließ, konnte 19 seiner 35 Pässe für 321 Yards Raumgewinn vervollständigen. Zwei Touchdowns und eine Interception vervollständigen diese Statistik.

Die Defensive Statistik führte diesmal Safety Max Redfield an, der es auf 14 Tackles brachte. Und natürlich verdient die Interception von Cole Luke Erwähnung.

Spiel-Statistik: Saison 2015, Spiel 5 gegen Clemson

 
Clemson
Notre Dame
First Downs
15
20
- durch Lauf
8
6
- durch Pass
6
12
- durch Penalty
1
2
Anzahl Läufe
42
33
Raumgewinn durch Läufe (brutto)
214
151
Raumverlust
15
35
Raumgewinn durch Läufe (netto)
199
116
Yards pro Lauf
4,7
3,5
Raumgewinn durch Pässe
97
321
Anzahl Passspielzüge
22
35
Vollständige Pässe
11
19
Komplettierungsrate
50,0 %
54,3 %
Interceptions
1
1
Raumgewinn pro Passversuch
4,4
9,2
Anzahl Spielzüge gesamt
64
68
Raumgewinn gesamt
296
437
Raumgewinn pro Spielzug
4,6
6,4
Fumbles (verloren)
1 (0)
6 (3)
Strafen (Yards)
5 (44)
6 (45)
Ballbesitz (min:sec)
30:02
29:58

Individual-Statistik


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