Saison 2015, Kategorie: "Spielbericht"

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Irish siegen in Big Play Festival gegen USC

(18. Oktober 2015)  Das 89. Aufeinandertreffen der Irish mit den USC Trojans wird denen, die das Spiel gesehen haben, noch lange in Erinnerung bleiben. Dabei werden diese Erinnerungen bei Irish Fans deutlich angenehmer sein, denn ihre Mannschaft behielt am Ende einer packenden Partie mit 41-31 die Oberhand.

Dabei waren es zum einen die zahlreichen Big Plays, die dieses Spiel zu einem Besonderen machten. Aber auch der Spielverlauf war nicht ohne. Aber dazu - wie immer - der Reihe nach.

Die Gäste aus Kalifornien hatten den Coin Toss gewonnen und sich für Ballbesitz entschieden. Und ihre erste Angriffsserie führte sie in acht Spielzügen auf direktem Weg in die Endzone der Goldhelme. Nach gut drei Minuten stand die Partie 7-0 für USC.

Was folgte war das erste Big Play des Abends. Die Irish benötigten nämlich nur einen Spielzug, um das Spiel auszugleichen. Auf Höhe der eigenen 25 Yard Linie warf Irish Quarterback DeShone Kizer einen langen Pass auf seinen Star Receiver Will Fuller. Der war seinem Gegenspieler enteilt und fing den perfekt geworfenen Ball in vollem Lauf. Halt machte er erst, als er die Endzone der Trojans erreicht hatte. Ganze 15 Sekunden benötigten die Irish um zu ihrem ersten Touchdown zu kommen.

Die zweite Angriffsserie der Gäste war dann schon weniger erfolgreich. Immerhin sprang am Ende noch ein Fieldgoal heraus.

Aber die Antwort der Goldhelme folgte auf dem Fuße: Runningback CJ Prosise, der erneut ein überragendes Spiel machte, schloss den zweiten Ballbesitz seiner Mannschaft mit einem Touchdown ab. Mit einem 25 Yard Lauf erreichte er die Endzone der Gäste und brachte seine Mannschaft erstmals in Führung.

Die Zuschauer im erneut ausverkauften Notre Dame Stadium spürten, dass die Goldhelme begannen das Spiel zu dominieren. Und das wurde wenig später auch auf der Anzeigetafel deutlich, wenngleich diesmal nicht die Offense für die nächsten Punkte verantwortlich war: Die Trojans hatten in Nähe der eigenen Endzone nach drei Angriffsversuchen kein neues First Down geschafft, mussten also punten. Da sah ihr Punter plötzlich vier, fünf Spieler mit Goldhelmen auf sich zustürmen. Der Puntversuch wurde von Equanimeous St. Brown geblockt. Amir Carlisle schnappte sich den Ball und trug ihn den kurzen Weg bis in die Endzone.

Statistiker merkten an, dass die Irish bislang noch nie 21 Punkte in einem Viertel gegen USC erzielt hatten. Gestern schafften sie es und führten beim ersten Seitenwechsel mit 21-10.

Wer aber geglaubt hatte, dass das schon eine Vorentscheidung war, sah sich getäuscht. Und dafür sorgten die Goldhelme in Person von Torii Hunter. Der hatte nämlich den Ball erhalten um ihn von der gegnerischen 10 Yard Linie möglichst nahe an die Endzone heranzutragen. Dabei war er nachlässich mit dem Ball und verlor ihn. Die Trojans konnten den Fumble in der eigenen Endzone sichern.

Diese Situation sorgte dafür, dass die Gäste langsam aber sicher begannen, die Partie zu dominieren. Zwar gelang den Goldhelmen wenig später noch ein Fieldgoal (Justin Yoon aus 32 Yards), das war es aber dann für Notre Dame im ersten Durchgang.

In der Folgezeit bestimmten die Gäste aus Kalifornien das Geschehen und schlugen innerhalb weniger Minuten zweimal mit Big Plays eiskalt zu (Touchdowns nach Pässen über 75 und 83 Yards). Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit hatten die Trojans die Partie ausgeglichen. Und sie hatten dann sogar noch die Chance, mit einer Führung in die Pause zu gehen. Aber ihr Kicker meinte es zu gut. Bei einem Fieldgoal Versuch traf er mit dem Ball die linke Torstange. Von dort flog der Ball dann nicht zwischen die vertikalen Stangen. So lautete der Spielstand nach gespielten 30 Minuten: USC 24, Notre Dame 24.

Gehörte also den Irish das erste Viertel, so konnten die Trojans das zweite für sich verbuchen. Und sie knüpften nach der Pause nahtlos an ihre gute Leistung an. Die einzigen Punkte im dritten Viertel gingen nämlich auf ihr Konto. Als dann zum letzten Mal die Seiten gewechselt wurden, führten sie mit 31-24.

Dann folgte das Schlussviertel, in dem plötzlich die Irish wieder Oberwasser bekamen. Hatten sie sich bereits Ende des dritten Spielabschnitts erfolgversprechend in Richtung gegnerische Endzone bewegt, folgte nach knapp einer Minute im Schlussviertel der Touchdown zum Ausgleich. Erneut war es CJ Prosise, der den Ball - diesmal über die letztlich noch fehlenden 6 Yards - in die Endzone trug.

Nach dieser erfolgreichen Angriffsserie (90 Yards in neun Spielzügen) spürte man förmlich, wie die Partie erneut zu kippen begann. Das Laufspiel der Goldhelme, im dritten Viertel so gut wie abgemeldet, funktionierte plötzlich wieder - hauptsächlich Dank CJ Prosise, der am Ende mit 143 erlaufenen Yards zum fünften Mal in dieser Saison die 100 Yards Marke knackte.

Der Touchdown zur Führung ging jedoch nicht auf sein Konto. Für den war Wide Receiver Corey Robinson verantwortlich, der einen 10 Yards Pass in der Endzone, trotz harter Manndeckung, mit einem akrobatischen Sprung fangen konnte.

Gut neun Minuten waren noch zu spielen, und die Irish hatten sich die Führung zurückgeholt.

Die nächsten Highlights der Partie besorgte dann die Defense der Irish. Die beendete nämlich die nächste Angriffsserie der Trojans außerplanmäßig, weil KeiVarae Russell einen Pass des USC Quarterbacks Cody Kessler abfangen konnte. Er brachte seine Mannschaft damit auf Höhe der gegnerischen 33 Yard Linie in Ballbesitz. Von dort erreichten die Goldhelme zwar nicht die Endzone. Aber das zweite Fieldgoal von Justin Yoon (wieder aus 32 Yards) sorgte für eine beruhigendere 10 Punkte Führung seiner Mannschaft. In den verbleibenden gut fünfeinhalb Minuten mussten die Gäste somit zweimal punkten um zumindest noch eine Verlängerung erzwingen zu können.

Für eine Mannschaft wie USC ist dies sicher keine unmögliche Aufgabe. Aber sie wurde wenig später deutlich erschwert, weil ihr Quarterback die nächste Interception fabrizierte. Wieder war KaiVarae Russell daran beteiligt. Der fälschte den Pass nach oben ab. Hinter ihm stand Safety Max Redfield, dem der Ball förmlich in die Arme fiel. Damit waren die Irish schnell wieder in Ballbesitz und konnten in einigen Laufspielzügen wertvolle Zeit von der Spieluhr nehmen. Dumm war nur, dass DeShone Kizer beim dritten Versuch den Ball nicht schnell genug loswerden konnte und für erheblichen Raumverlust gesackt wurde. Damit war Notre Dame außerhalb der Reichweite für ein Fieldgoal. Aber was folgte, war vielleicht noch viel besser: Punter Tyler Newsome platzierte den Ball unmittelbar vor die Goal Line der Trojans. Die mussten somit an der eigenen 1 Yard Linie starten und hatten noch gut dreieinhalb Minuten, um mindestens einen Touchdown und ein Fieldgoal zu erzielen.

Das gelang ihnen nicht. Zweimal konnten sie vierte Versuche in neue First Downs verwandeln. Beim dritten Mal war es Linebacker Jaylon Smith, der ein neues First Down verhinderte und seiner Mannschaft damit den Ball zurückholte. Da die Trojans in der Zwischenzeit ihre Auszeiten verbraucht hatten, konnten sie die Uhr nicht mehr anhalten. Die Partie war entschieden.

Erfolgreiche Revanche

Die ganze Woche über hatte Irish Head Coach Brian Kelly seiner Mannschaft eingetrichtert, dass die schlimme Niederlage des Vorjahres einer Korrektur bedurfte. Genau das schafften seine Spieler in einer packenden Partie. Dabei gab es eine große Unbekannte: Zu Beginn der Woche war der Head Coach der Trojans entlassen worden. Ein solcher Schritt kann eine Mannschaft lähmen. Sie kann aber auch eine Trotzreaktion hervorrufen. Am Ende kann man konstatieren, dass bei den Trojans letzteres zutraf. Aber die Irish, diesmal nicht gezwungen mit der Drittbesetzung ihrer Defense anzutreten, hatten letztlich die besseren Antworten parat.

Einer der Matchwinner war einmal mehr Runningback CJ Prosise. In 19 Läufen schaffte er 143 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns. Dazu kamen noch drei Passfänge für weitere 32 Yards. Quarterback DeShone Kizer wirkte im zweiten und dritten Viertel zeitweise etwas verunsichert. Aber er vermied kostspielige Fehler. Am Ende führte er seine Mannschaft mit einer tadellosen Leistung zum Sieg. 15 seiner 24 Pässe fanden ihr Ziel für 227 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns.

Wide Receiver Will Fuller, um den es in den vergangenen Spielen etwas ruhiger geworden war, meldete sich mit einem Paukenschlag zurück. Gegen den besten Rückraumverteidiger der Trojans konnte er drei Pässe fangen für 139 Yards Raumgewinn und einen Touchdown. Ein zweiter Touchdown blieb ihm verwehrt, weil er in der Endzone regelwidrig am Passfang gehindert wurde.

Die Defense wirkte mit zunehmender Spielzeit immer sicherer und ließ in der zweiten Halbzeit nur noch einen Touchdown der Trojans zu.

Nächste Woche spielfrei

Nach dem nun siebten Spiel der Saison haben die Iriah am kommenden Wochenende spielfrei. Am 31. Oktober greifen sie wieder ins Spielgeschehen ein, wenn sie in Philadelphia gegen Temple antreten. Erst am 14. November folgt das nächste - und gleichzeitig letzte - Heimspiel, Zu Gast im Notre Dame Stadium ist dann Wake Forest.

Spiel-Statistik: Saison 2015, Spiel 7 gegen USC

 
USC
Notre Dame
First Downs
19
21
- durch Lauf
6
12
- durch Pass
12
7
- durch Penalty
1
2
Anzahl Läufe
30
35
Raumgewinn durch Läufe (brutto)
167
249
Raumverlust
17
35
Raumgewinn durch Läufe (netto)
150
214
Yards pro Lauf
5,0
6,1
Raumgewinn durch Pässe
440
262
Anzahl Passspielzüge
47
25
Vollständige Pässe
31
16
Komplettierungsrate
66,0 %
64,0 %
Interceptions
2
0
Raumgewinn pro Passversuch
9,4
10,5
Anzahl Spielzüge gesamt
77
60
Raumgewinn gesamt
590
476
Raumgewinn pro Spielzug
7,7
7,9
Fumbles (verloren)
0 (0)
1 (1)
Strafen (Yards)
10 (105)
4 (40)
Ballbesitz (min:sec)
31:08
28:52

Individual-Statistik


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